Heutzutage kommen verschiedene Drucktechniken in der Industrie zum Einsatz. Doch wann wurde der Druck eigentlich erfunden? Und wie kam es dazu, dass der Druck die heute bekannten Ausprägungen zu entwickeln begann? Das und noch vieles mehr wird im folgenden Text erklärt.

Drucktechnik – Definition

Unter dem Begriff „Drucktechnik“ werden alle Verfahren zusammengefasst, welche der Vervielfältigung von Druckvorlagen dienen. Dabei kommen, je nach Verfahren, seitenrichtige oder seitenverkehrte Druckvorlagen zum Einsatz. Die Druckvorlagen werden in der Regel mit Farbe überzogen und auf das zu bedruckende Material gepresst.

Geschichte des Drucks

Die ersten Drucke reichen bis zu 25.000 Jahre zurück. Hier färbten die Menschen ihre Hände ein und pressten diese gegen die Höhlenwände. Die ersten Stempelsteine kamen um 4.000 v. Chr. zum Einsatz, welche in weiche Böden und Wände gedrückt wurden und ein Negativabdruck hinterließen. Auf diese Weise wurde das Eigentum gekennzeichnet. Mit der Schriftentwicklung entwickelten sich daraus Bild-Schrift-Siegel aus Silber, Bronze oder aus Mineralien.

Als ca. 105 v. Chr. In China das Papier erfunden wurde, kam der Druck auch in diesem Bereich zum Einsatz. Es wird vermutet, dass die bis dahin gekannte Übertragung von Farbe von Tontafeln auf Seide in der Han-Dynastie verfeinert wurde, sodass sich das Verfahren der Steinabreibung etablierte. Dieses Verfahren ermöglichte den Positiv- und den Negativdruck, wobei für den Negativdruck die hochstehenden Stellen des Steinreliefs mit Farbe bestrichen wurden und auf dieses Papier gelegt wurde, welches von hinten mit einem Ballen abgerieben wurde.

Wenn man einen Positivdruck erstellen wollte, wurde feuchtes Papier auf der Rückseite des Reliefs in die Tiefen gedrückt, wobei die nach oben stehenden Flächen mit Farbe bestrichen waren. In der Sui-Dynastie wurden die Steinplatten mit Holzplatten ersetzt, welche die Entstehung der ersten schwarz-weiß gedruckten Seiten ermöglichten. Dies stellte den Grundstein für die Verarbeitung buddhistischer Schriften dar. Mehrfarbig wurde in Asien bereits im 12. Jahrhundert gedruckt.

In Europa kannte man zu dieser Zeit nur den Stempeldruck, sodass bis in das späte Mittelalter Bücher per Hand abgeschrieben wurden. Die ersten Holztafeldrucke in Europa stammen aus der Zeit um 1420. Im Jahre 1450 wurden endlich Schriften aus Blei verwendet, was den Erfindungen von Johannes Gutenberg zu verdanken ist.

Die heutigen Drucktechniken

Heute wird zwischen den Druckprinzipien Fläche-gegen-Fläche, Zylinder-gegen-Fläche und Zylinder-gegen-Zylinder unterschieden. Bei dem Fläche-gegen-Fläche-Verfahren wird der zu bedruckende Stoff von einer Platte auf eine andere gedruckt. Das Zylinder-gegen-Fläche-Verfahren besitzt ein fest gelagerter Druckzylinder, unter dem sich die zu bedruckende flache Form hindurchbewegt, wodurch größere Druckgeschwindigkeiten ermöglicht werden. Bei dem Zylinder-gegen-Zylinder-Verfahren befindet sich auf einem Zylinder eine rundförmige Druckform und auf dem Gegenzylinder der zu bedruckende Stoff, welcher entweder als Rolle oder als Bogen gespannt ist.

Von dem direkten Druck ist die Rede, wenn die Farbe von der Druckvorlage direkt auf das zu bedruckende Material übertragen wird. Solch ein Verfahren ist beispielsweise der Flexodruck. Bei dem indirekten Druckverfahren, wird das Druckbild über einen Zwischenträger übertragen. Dies ist der Fall bei beispielsweise dem Offsetdruck oder beim Tampondruck.

Die jeweiligen Druckverfahren

Zu den gebräuchlichsten Druckverfahren heute zählen der Hochdruck, der Tiefdruck, der Durchdruck, der Flachdruck und der Digitaldruck.

Bei dem Offsetdruck, welcher für das Drucken hoher Auflagen verwendet wird, benutzt man als Basis eine Druckplatte. Diese besteht meist aus Aluminium und wird in einem Belichter so bearbeitet, dass es fettanziehende und fettabstoßende Bereiche besitzt. An den fettanziehenden Stellen sammelt sich die Farbe, welche übertragen werden soll.

Insbesondere der Bogenoffsetdruck wird heutzutage dazu verwendet, unterschiedliche Drucke mit hoher Qualität zu erzeugen. Pro Stunden können bis zu 18.000 Bogen bearbeitet werden.

Bei dem sog. Siebdruck wird die Farbe durch ein feines Sieb gepresst. Unter diesem befindet sich das zu bedruckende Material. Einige Bereiche des Gewebes sind undurchlässig, damit an der Unterlage nur bestimmte Stellen eingefärbt werden.

Bei dem Tampondruck handelt es sich um ein indirektes Druckverfahren, bei welchem ein Tampon aus Silikonkautschuk die zu übertragende Farbe auf das Material überträgt.

Das Digitalverfahren erfordert keine Druckplatten, da das zu druckende Bild vom Computer auf die Druckmaschine übertragen wird. Für kleinere Auflagen ist der Digitaldruck kostengünstiger als der Offsetdruck.

Der Textildruck wird zum Bedrucken von Textilien verwendet, sodass nicht nur eine spezielle Farbe zum Einsatz kommt, sondern das zu bedruckende Material häufig auch vorbehandelt werden muss. In Abhängigkeit von dem Trägermedium kommen hier verschiedene Verfahren zum Einsatz.

Flexodruck kommt immer dann zum Einsatz, wenn flexible Stoffe zu bedrucken sind. Dies ist ein Hochdruckverfahren, bei dem die Druckfarben dünnflüssig sind, welche schnell und gut trocknen. Auf diese Weise lassen sich Beutel, Verpackungen, Kuverts etc. bedrucken.

Bei dem sog. Prägedruck wird gleichzeitig gedruckt und geprägt, sodass dieser Druck sowohl gesehen, als auch gefühlt werden kann.

Wer sich für das Thema interessiert, der solle unbedingt mal einen Besuch im Deutschen Technikmuseum einplanen, die eine spannende Ausstellung zum Thema haben!

 

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